Huhu zusammen bzw. Kia Ora,
es ist immer noch Freitag, der 18.1.2008, ich (be)schreib ja drei Etappen an einem Abend ;-)
Der gestrige Donnerstag war recht ereignisreich... er begann mit einer (bereits beschriebenen) Farmtour mit Lloyd Ferris im Anhaenger seines Quads (sehr schunkelig) und dem Highlight des Streicheln- und Fuetternduerfens von ueberhaupt recht unscheuen Rehen, Elchen und Schaefchen... Haette ich ewig machen koennen :-)
Fotos gibts von dieser Aktion wieder "nur" mit der Spiegelreflexkamera, sorry...
Nunja, ich musste mich trennen, denn ich wollte ja noch ein wenig die Gegend erkunden.
Und hier ist es wieder, dieses beruehmt-beruechtigte "ein wenig"...
Ihr ahnt es...
Die Gegend rund um den Rotorua-Vulkankrater-mit-Wasser
hat sehr sehr viele Seen zu bieten, und da ich ja eine grosse Anhaengerin von Wasser-mit-huebscher-Umgebung bin, guckte ich also in meine klugen Karten und siehe da! Es gibt sogar einen Weg rund um diese zusammenhaengenden Seen und auch an diesen vorbei! Also huebsch das Topcase gepackt, ordentlich mit Sonnencreme eingeschmiert und los!!
hat sehr sehr viele Seen zu bieten, und da ich ja eine grosse Anhaengerin von Wasser-mit-huebscher-Umgebung bin, guckte ich also in meine klugen Karten und siehe da! Es gibt sogar einen Weg rund um diese zusammenhaengenden Seen und auch an diesen vorbei! Also huebsch das Topcase gepackt, ordentlich mit Sonnencreme eingeschmiert und los!! Erste Strasse rechts, erste links und ... hm... komisch, eigentlich sollte der erste See kommen... AAAAhja, da ist er ja... und weiter ging die wilde Hast :-) Ploetzlich, eine huebsche geschmeidige Linkskurve und drei recht vorwitzige aber zutiefst erschrockene Laemmer (m.E. maennliche, wegen der Vorwitzigkeit ;-) direkt vor mir und wild uebereinanderhuepfend. Zum Glueck keins vor mein Vorderrad *puuuh*. DAS haette mir zu denken geben sollen, denn am Rande der "normalen" Strasse gibt es sowas normalerweise nicht.
Schwupps, das naechste Indiz fuer den "wrong way" - ein Strassenschild mit der Aufschrift "Gravel Road", also Schotterpiste. Nun juuuuuht - soweit, so machbar, dachte ich mir, hielt vorsichtigst an und warf einen lesenden Blick in die Karten. OK, am Ende der Strecke, die ich mir ausgesucht hatte, war die Strasse in der Tat kurzzeitig gestrichelt eingezeichnet. Aber nicht lang.
Also fuhr ich frohen Mutes und all mein Wissen und Koennen und Zutrauens der zwei Bilstain-Workshops hervorkramend weiter.
Und weiter...
und weiter...
und viel viel weiter (6km waren es mittlerweile schon, es haetten nach meiner Einschaetzung drei sein duerfen) bis ich endlich mal wieder an eine Farm kam. Ich hielt tapfer und wackelnd an und ging los, um den Farmboy zu fragen, ob er mir zeigen koennte, wo auf der Karte wir uns denn befinden.
oups...
Janz, janz weit wech... :-)
Maeaeaeaeht nix!!
Ich fragte ihn, ob es geschickter sei zu wenden und die 6 bereits bekannten Kilometer zurueck zu fahren oder ob die vor mir liegende Strecke kuerzer sei. Da wir uns ziemlich exakt in der Mitte (und der "middle of nowhere") befanden, war er unentschlossen und ich der Meinung, froehlich-schwitzend weiter zu fahren.
Nach weiteren 7 km (ungelogen) kniete ich nieder, um den endlich wieder geteerten Boden papstaehnlich zu knutschen... Hach, watt war ich froh...
Aber das Moppe(d)lchen sieht aus... Bevor ich auf die Suedinsel komme, muss ich unbedingt die wirklich staubigen Spuren entfernen. In diesem Zusammenhang draengt sich die Frage auf, ob ich mich um das Oelen der Kette kuemmern muss, die sieht auch reichlich trocken aus. Aber lt. Ian und Brian hat die Maschine eine Scott-Oiler, der sich jedoch bislang vor mir versteckt hat... Na, ich gucke morgen danach!
Als ich so friedlich und mit langsam wieder sinkendem Puls weitertuckerte, ueberholte mich eine BMW 650 Dakar-Outfit und ein freundlicher Kiwi-Mann hielt neben mir an. Rob freute sich sehr, endlich jemand entdeckt zu haben, der sich auf aehnlich verlassenen Strassen tuemmelt (wenn der wusste... :-) und fragte, ob wir nicht gleich noch so ne Piste zusammen fahren wollte. Das habe ich aber zugunsten eines Cafes und Sandwiches abwenden koennen ;-) Dafuer hat er mir verraten, wo ich langgefahren bin, als wir in Te Puke sassen... Kein Kommentar wg. Te Puke und der Entfernung zu Rotorua bitte... *grins*
Nach diesem netten Plausch mit Rob musste ich mich auch schon beeilen, denn um 15h hatte Lyn mir die Show von Te Puia in Rotorua gebucht.
Te Puia ist ein Veranstaltungsort, der die Maori-Kultur und Lebensweise nahebringt. Von den ueber 4 Mio Neuseelaendern sind gerade mal 500.000 Maori, also sind sie, trotzdem sie die ersten hier waren, immer noch eine Minderheit!!
In Te Puia konnte ich natuerliche Geysire sprudeln sehen, 
riechen, was aus den Schlammloechern so hervortritt ("Sulphor" (Sulfat??), ekelig auf jeden Fall)
und die faszinierenden Farben des Gesteins bewundern. 

riechen, was aus den Schlammloechern so hervortritt ("Sulphor" (Sulfat??), ekelig auf jeden Fall)
und die faszinierenden Farben des Gesteins bewundern. 

Ausserdem gab es in einem abgedunkelten Haus ein Kiwi-Terrain!! Hatte ich nachmittags noch Pech, konnte ich abends die beiden Kiwi-Voegel in ihrer vollen Pracht und Groesse sehen!! Da sie Nachtvoegel sind, musste das Haus abgedunkelt sein - nachts hingegen schalten die Maori die Beleuchtung an, damit die Kiwis dann schlafen :-)
Abends nahm ich an einer Zeremonie der Maori teil - sie sangen und tanzten fuer uns und fuehrten Begruessungs-Rituale vor. Wirklich faszinierend und aussergewoehnlich!! Hinterher gab es sogar die Moeglichkeit, mit den Maori ins Gespraech zu kommen und einige Fertigkeiten wie z.B. Musikmachen auf deren Instrumente bzw. Werfen von unterarmgrossen Stoecken zu erlernen!! Letzteres habe ich gemacht und eine Menge Spass dabei gehabt! Wir haben ausserdem gelernt, wie und was sie kochen und welche Drohgebaerden sie machen. Beeindruckend!

Nach einem sehr sehr leckeren Abendessen bei denen es typische Maori-Speisen (z.B. die Kurama, die Suesskartoffel *yammi*) gab, und einem netten Tischgespraech mit Leuten aus Toronto und San Franzisko (mit den Japanern / Thailaendern wollte kein Gespraech aufkommen, vielleicht auch wg. deren fuerchterlicher Tischmanieren (ja, hier gestehe ich - was das angeht, bin ich Spiesser ;-), aber schluerfen und schmatzen und kauen-mit-offenem-Mund fuehrt nicht dazu, dass meine Neugier auf diese Leutchen gewachsen ist...) fuhr ich sehr sehr zufrieden mit dem Tag aber auch muede und froestelnd (abends wirds hier wirklich kuehl!!) nach Hause.
Aber der Tag konnte noch ein Tuepfelchen auf dem "I" vertragen!!
Denn als ich noch fuer ein Minuetchen in den tollen Garten vor meiner Location trat, warf mich der Blick in den Sternen uebersaeten Himmel fast um!! SOOOOOOOOOO viele Sterne!!
Ich war hin und weg und wenn ich eine Isomatte und einen Schlafsack dabei gehabt haette, haette ich wohl im Freien uebernachtet. Toll!! Und die absolute Kroenung war die Sternschnuppe, die sich mir zeigte! Ich bekomme jetzt noch Gaensehaut, wenn ich an die Perfektheit dieses Moments denke!
In diesem Sinne glueckliche Gruesse von
Eurer Kia-Ora-Kiwi-Sternschnuppen-Kerstin
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