Donnerstag, 24. Januar 2008

24.01.2008 - from Coast to Coast

Hallo Ihr Lieben,

ich hatte einen gemuetlichen Abend und eine angenehme Nacht im Hause von Heather Win bei Collingwood! Die Dame ist bestimmt ueber 80 Jahre alt und hat 13 Brueder und Schwestern. Von den Schwestern waren gestern auch zwei zu Besuch und ich hatte einen unterhaltsamen Abend in Heathers Wohnzimmer :-) Auch hier gehoeren liebevolle Details zur Unterkunft:


Der Weg weg von Collingwood sollte diesmal knappe 400km betragen, also fuhr ich sehr zeitig los, um diverse Touristencampervans zu vermeiden ;-) Bezueglich des Problems - Weisse Campervans auf falscher, sprich: meiner, Strassenseite habe ich mir folgendes ueberlegt:
Ich schnappe mir einfach bei den voraussichtlich heikleren Streckenabschnitten einen einheimischen Fahrer / eine einheimische Fahrerin und lasse ihn/sie grosszuegig ueberholen. Dann klemme ich mich hinter sie und lasse sie einfach den Weg freiputzen!! So habe ich im Fall der doofen Faelle eine enorm dickere Knautschzone! Toll ueberlegt, gell ;-) ('tschuldigung Mama, aber irgendwas muss ich mir ja einfallen lassen... auch wenns irgendwie makaber erscheint...) Tempotechnisch geben sich die Einheimischen und ich nix, so dass sie auch prima fuer mich zu erkennen sind!
So betrachtet und ueberlegt trat ich also die heutige Etappe an. Bzgl oben ausgefuehrter Taktik war es jedoch nicht notwendig, entsprechende Knautschzonen vor mich zu lassen, aber das weiss ich ja immer erst am Abend ;-)

Der Weg von Collingwood quer durch den noerdliche Teil der Suedinsel bis nach Karamea war klasse!! Wunderschoene Tornanti (zu Anfang jene von gestern nochmal, quasi zum Warmwerden) und jetzt quer durchs Laendle ueber janz janz viel Landschaft *schwaerm*...
Berge, Waelder, Alleen... und alle quasi fuer mich alleine :-) Es sei denn, es taucht ein langsameres (Touristen-)Fahrzeug vor mir auf! Das wird dann auch gleich gejagt und mit leicht mehr als den besagten 110 km/h ueberholt *freu*

Davon abgesehen - auch dies will geschrieben werden:
Heute hab ich es auch endlich hinter mich gebracht... Die linke Seite des Motorrads war noch sehr sehr muede heute morgen und legte sich nochmal etwas hin... Allerdings nur kurz und aus dem Stand heraus (wie peinlich...), denn schon kamen mir meine Neuseelaender von der Faehre Wellington-Picton und viele andere zu Hilfe, um das schwere Geschoss wieder aufzurichten!

Und warum das Ganze? Wegen folgendem Anblick:


das wars doch wohl wert, oder?? ;-) Die Strasse fuehrt uebrigens erst parallel zum unteren Bildrand entlang, bevor sie recht huebsch an den aufwaerts fuehrenden Baeumen entlang geht. Herrlich!!
Von oben sah es dann wie folgt aus:

Ach, nur der Form halber - es ist ueberhaupt gar nix passiert (ausser ein paar klitzekleine Kratzer am Seitenkoffer, seht selbst:)


und es war mal wieder eine typische Kerstin-Situation. Stellt euch einfach vor, ihr waert im Auto hinter mir gewesen, seht, wie ich anhalte, linkes Bein auf die Erde... Welche Erde?? OOOH, gravel!! Fuesslein rutscht weg und Moppelchen bekommt eine Schraeglage, die ich ungefaehr 0,5 min (gefuehlte 2 Min!) halten konnte. Danach entschloss ich mich, es sanft aber kontrolliert abzulegen, ohne mich selbst darunter zu begraben. Mir erschien es wie Zeitlupe und vermutlich ist auch deswegen nichts kaputt gegangen (weder an mir, noch an der Maschine!). Ihr haettet Euch vermutlich schiefgelacht (ich an Eurer Stelle haette das getan...) beim Anblick dieser Situation:-)
Dann noch flott ein kleines Schwaetzchen mit meinen Neuseelaendern und Nachgucken, ob wirklich alles heil ist und dann gings auch schon weiter!
Halb so wild und vermutlich gehoert das einfach auch dazu :-) Jetzt hab ich das endlich hinter mir und konnte so absolut frohen und zuversichtlichen Mutes die restlichen 320 km fuer heute angehen.

Zwischendurch jedoch musste ich mehrmals anhalten, um folgendes festzuhalten:

Der Buller River:

Das ganze Terrain hiess im uebrigen Buller Gorge, und ich koennte mir gut vorstellen, dies zur Hausstrecke zu erklaeren... so klasse und quasi unbefahren!! Herrlich!!

Ach, ich glaube, ich habe noch nie wirklich von den seltsamen "one lane bridges" erzaehlt, oder? Sie kommen meist an ueberraschenden Stellen vor und sind insbesondere dann, wenn man so gar keine Sicht auf hinter-die-Bruecke hat, mit Vorfahrt-fuer-den-Gegenverkehr versehen... Heute hatte ich wieder einige solcher Schaetzchen, und an einer Stelle war dies besonders huebsch:
Stellt Euch einfach vor, ihr fahrt diese Strecke und cruised so gemuetlich unter dem arkadenaehnlichen Gesteins vor euch her (wie gesagt - der Gegenverkehr hatte Vorfahrt!) Woher im Himmel soll man denn bitte sehen koennen, ob von der nachfolgenden Linkskurve jemand kommt?
Richtiiiig erkannt - wieder so ein Adrenalinschub ;-)
Aber drumrum war's halt schon sehenswert:



Seht, welch nette Aussichten sich mir heute sonst noch so boten:
Hier der Blick kurz nach Westport gen Norden gerichtet.


In diesem Sinne heile und liebe Gruesse an die andere Welthalbkugel!

Eure Kerstin
p.s.1: Alaaaf an alle meine Duesseldorferinnen, die heute zur Stunksitzung ins ZAKK gehen!! Denke an Euch!!!
p.s.2: Fuer die Harley-Freunde unter uns:


keine Ahnung, wie der Fahrer dieser Maschine sie so huebsch sauber bekommt / haelt... ;-) Meins sieht aus wie ein kleines Ferkelchen (ist aber auch durch Regen und ueber 12km gravel road gefahren!!)

p.s.3: kleine Quizzfrage: Wofuer steht dieses Schild?

und insbesondere die 25?

Hinweis: gibts auch in 15, 35, 45, 55, 65, 75 und 85-Ausfertigung.

Schraeglage in Grad? Meter = Laenge der Kurve? Dauer der Kurve in Sekunden? gruebel... ;-)

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Kerstin, Deine Berichte sind wie immer sehr spannend und die Bilder atemberaubend schön. Fotografieren - vergrössern - Wohnung tapezieren.... einfach... Da kannst Du ja froh sein, dass Du nicht gaaaanz einsam warst, als sich Dein Moppelinchen nochmal hingelegt hat... Alleine hättest Du die doch nicht mehr hochbekommen... aber ist ja nochmal gut gegangen... allerdings bei dem Ausblick in diesem Moment hätte ich auch alles stehn und liegen gelassen...das ist ja der Hammer... wir warten weiterhin auf so beeindruckende Bilder von Dir - und ganz liebe Grüsse und Allaf und Helau aus good old Stommeln. Wir gehen morgen mit Gerde, Achim, Petra und Wilfried in die Lachende Kölnarena. Bis bald Tanja.

Anonym hat gesagt…

Hallo Kerstin,
Land und Leute legen sich ja wirklich määächtig in's Zeug für Dich und Dein Moppelinchen - gut so;-))
Vielen Dank für das Bild mit der Harley - bei der ist sicher einer der Koffer voll mit Putzmitteln:-)
Zum Bild P.S.3: Sollte es sich bei der Zahlenangabe um die empfohlene Höchstgeschwindigkeit halten? Bin auf die Auflösung schon gespannt.
Weiterhin gute und sichere Fahrt durch Dein "Paradies" ...und immer eine handbreit Asphalt unter den Reifen wünscht Dir
Harley-Rainer

Anonym hat gesagt…

Liebe Kerstin
es ist immer wieder spannend deine tollen berichte zu lesen und die beeindruckenden fotos zu betrachten. Als IT-anfänger habe ich nun sogar deine route per google-world nachvollzogen und werde deine fahrt auf diesem wege weiterverfolgen. Edith ist auch ganz begeistert. Bei deinem umfaller war sie ganz schön geschockt.Gut,daß du gleich ein dokumentationsfoto gemacht hast.
Herzliche grüsse edith und franz

Anonym hat gesagt…

Einen schönen Tag für Dich, liebe Kerstin, und vor allem kein „Hinlegen“ mehr!
Ich bekam ja einen ordentlichen Schreck und war froh, dass Du fleißige Helfer hattest, die das schwere Gerät wieder in die Senkrechte stellten.
Gute Idee, „Vorkämpfer“ anzuwerben ;-) , wenn es denn der Sache bzw. meinem einzigen weiblichen Ableger dient. Nur über die Situation, sich in eleganter Zeitlupe hinzulegen, konnte ich doch nicht so recht lachen.

Habe heute lange gegoogelt, Kollegen gefragt, aber nichts Vernünftiges über diese seltsamen Straßenschilder ausfindig machen können. Du glaubst ja gar nicht, was so alles oracelt wurde!

Deine Aufnahmen: Fast schon unwirklich, so schön ist dort die Landschaft im „Buller Gorge“. Das Wasser sieht so klar und rein aus und die Luft ist bestimmt so sauber, dass diese Region mit einem Kurort vergleichbar ist.

Lt. meiner Landkarte bist Du nun wieder ein schönes Stück weitergereist und mein Ordner füllt sich schon beträchtlich mit Deinen spannenden Reiseberichten. Auch einige meiner Bekannten verfolgen mit Spannung Deine abenteuerliche Reise und würden gerne mit Dir tauschen.

Ich hoffe sehr, dass Du die nächsten Kilometer sicher und gut bewältigen wirst und Dein Moppel Dir ein verlässlicher Partner sein wird.
In diesem Sinne alles Liebe von Deiner Mama